Mondlandschaft, Narben und andere Wörter fallen ein, wenn man an Tagebaulöcher denkt. Wir berichten darüber, aber auch über den Siegeszug der Natur, wenn sich der einstige Tagebau in ein Naherholungsgebiet verwandelt.
Der Tagebau dient dazu, Bodenschätze, die nah an der Oberfläche lagern wie Braunkohle, Kies oder Sande, zu fördern, weshalb er auch als Steinbruch, Sandgrube oder Kiesgrube bezeichnet wird. Durch den Tagebau wird die Landschaft stark verändert, da die Erdschichten abgetragen werden, sodass unter anderem das Grundwasser absinkt. Gerade das Ruhrgebiet ist als Rheinisches Braunkohlerevier bekannt, vor allem in der Kölner Bucht am Nordwestrand des Rheinischen Schiefergebirges. Der Braunkohleabbau wirkte stark landschaftsgestaltend, ermöglichte viele Industriestandorte in der Region. Der „Ruhrpott“ gilt als größtes Braunkohlerevier in Europa. Zum Rheinland gehört auch der Etzweiler Braunkohle-Tagebau Hambach, durch den die ehemaligen Einwohner nach Neu-Etzweiler umgesiedelt wurden.
Nach der Nutzung des Tagesbaus erfolgt meist eine Rekultivierung der Landschaft. Es kommt zur Wiederherstellung von forstwirtschaftlichen Flächen und Agrarland und Naherholungsgebiete mit Baggerseen entstehen. Man nennt diese dann auch gern „Biotope aus zweiter Hand“, wie z.B. das Leipziger Neuseenland, das im ehemaligen Braunkohle-Tagebau entstand. Noch in den nächsten Jahren werden dort in Tagebaurestlöchern Seen geschaffen, die dem Tourismus und Hochwasserschutz dienen. Ein bekannter und beliebter See in der Region ist z.B. der Cospudener See, südlich von Leipzig in Markkleeberg. Der Lago Cospuda, Cossi oder Costa Cospuda – wie der See auch genannt wird – hat einen schönen Strand, sodass man hier bestens schwimmen und entspannen, segeln, Windsurfen und andere Aktivitäten machen kann.
So gesehen hatte der Tagebau dann sogar zwei gute Gründe: Erstens die Förderung von Bodenschätzen und zweitens das Schaffen von schönen Naherholungsgebieten. Mehr Spannendes über den Tagebau und seine anschließenden Möglichkeiten können Sie bald hier im Tagebauweb-Blog nachlesen!